Der Energieaufwand von Bitcoin ist gewollt. Er ist keine Nebenwirkung, sondern die grundlegende Idee von Bitcoin. Die Umwandlung von Elektrizität in digitalen Wert. Denn ohne Aufwand kann kein Wert entstehen.

Proof of Work

Das Whitepaper beschreibt die Lösung des Double-Spend-Problems durch einen Proof-Of-Work – Also einen Beweis der erbrachten Arbeit. Die einzige Möglichkeit eine erbrachte Arbeit digital unabhängig zu beweisen ist Rechenleistung. Beim Mining kann bewiesen werden, dass der Finder eines Blockes Rechenleistung in einer bestimmten Höhe erbracht hat.

Die Höhe dieser erbrachten Rechenleistung bestimmt die Sicherheit des Netzwerkes.

Wirtschaftlichkeit

Die Konkurrenz um Profitabilität beim Mining ist enorm. Wer weniger für Strom zahlt kann seine Geräte länger in Betrieb lassen und verdient mehr Geld. Dadurch entstehen Mining-Anlagen dort wo Strom günstig ist: China, Skandinavien, Osteuropa, Amerika.

Der günstigste Strom entsteht aus überschüssiger Energie. Überlaufende Wasserkraftwerke, Gas-Flaring, Öl-Nebenprodukte, Solar oder Windkraft bei Nacht.

Mobilität

Da Mining vergleichsweise mobil ist, kann Mining dort stattfinden wo kurzfristig günstiger Strom verfügbar ist. Chinesische Miner wechseln halbjährlich den Standort um durch die Regensaison entstehende Wasserkraft-Energie auszunutzen.

Bitcoin wandelt Energie in Geld. Energieerzeuger können überschüssige Energie nutzen und erhöhen somit ihre Wirtschaftlichkeit.

Energiequellen

74% der von Mining genutzten Energie entsteht aus erneuerbaren Quellen. Solange es in Ländern wie China jedoch günstigen Kohlestrom gibt, wird dieser genutzt werden. Durch Mining wird es möglich Projekte wie den Ausbau von Wasserkraft zu rechtfertigen. Den Strommix im jeweiligen Land bestimmt nicht der Miner, sondern die Politik.

Vergleiche

Überschriften wie “Bitcoin verbraucht so viel Energie wie Belgien” sind irreführend. Schließlich verbraucht beispielsweise Youtube das bis zu 10-fache an Energie. Das Euro-System benötigt den circa 100-fachen finanziellen Aufwand.

Eine Berechnung der “verbrauchten Energie pro Transaktion” ist ebenso falsch, da ein neuer Block nicht nur neue Transaktionen bestätigt, sondern auch alle vorangegangenen sichert. Zusätzlich ermöglichen Lösungen wie Lightning eine annähernd unbegrenzte Anzahl an Transaktionen.

Konsum

Durch Bitcoins deflationäre Geldpolitik haben Besitzer einen Grund ihren Konsum zu mäßigen und ihr Geld zu sparen. Weniger Konsum bedeutet weniger aufgewendete Energie für die Erzeugung und den Versand neuer Güter.

Wert

Ob ein freies Geldsystem diesen Energieaufwand wert ist, muss jeder selbst entscheiden. Letztendlich hat jeder der Bitcoin besitzt diese Entscheidung bereits getroffen und bezahlt. Schließlich beeinflusst nichts die von Bitcoin genutzte Energiemenge so sehr wie der Handelspreis.

Netpositive Money

Wer sich tiefer in dieses Thema einarbeiten möchte, ist mit unserem sehr viel tiefergehenden Nachfolgeartikel über das Projekt netpositiv.money von @stefanwouldgo und @/rootzoll gut versorgt.

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