Das Ende von DeFi: Wieso PayPal für Ethereum nicht bullisch ist

Nach PayPals großer Ankündigung, dass ihre Kunden ab sofort Kryptowährungen wie Bitcoin und Ether über ihre App kaufen und nutzen können, äußerten sich viele Leute kritisch. Die Tatsache, dass PayPal es nicht erlaubt Kryptowährungen zu empfangen oder zu versenden, verärgerte viele, die anfangs euphorisch waren. Dabei stellt der Einstieg des Zahlungsdienstleisters viel weniger ein Problem für Bitcoin, als für Ethereum dar. PayPal markiert das Ende eines absurden Hype-Cycles.

Seit mehr als einem Jahr schwärmen Ethereum Fans von “DeFi” (kurz für “Decentralized Finance”). Mit DeFi können Nutzer “Kredite” aufnehmen, die sie mit Kryptowährungen wie ETH oder BTC decken. Praktisch funktioniert das so: Ihr habt Bitcoin und wollt Euro, um euch etwas zu kaufen. Ihr wollt aber trotzdem davon profitieren, wenn Bitcoin im Wert steigt. Dann könnt ihr bei Platformen wie Compound einen Kredit aufnehmen, den ihr zuvor zu 150% mit eurem Bitcoin deckt. Es ist also kein Kredit im traditionellem Sinne, sondern eine Umwechselung ohne Opportunitätskosten.

Nun bietet PayPal jedoch die gleiche Möglichkeit: Ihr könnt Kryptowährungen in der App halten und trotzdem bezahlen. Ihr könnt also Geld ausgeben und gleichzeitig von eventuellen Kursgewinnen profitieren. Dabei ist es auch völlig egal, ob ihr bei PayPal nicht die Schlüssel zu euerer Kryptowährung besitzt, da ihr PayPal sowieso euer Geld anvertrauen müsst, solltet ihr darüber später euren DeFi-Kredit ausgeben wollen. Und das Ganze ohne Über-Kolleteralisierung.

Dadurch macht PayPal Ethereums DeFi überflüssig, indem das komplette Wertversprechen von DeFi damit einen Konkurrenten hat, mit dem es nicht mithalten kann. Ohne Leute die einen DeFi-Kredit aufnehmen werden die Leihgeber der DeFi-Platformen leer ausgehen. Wie entsteht also der Wert dieses Systems? Das Ganze wird noch sinnloser als es von vornherein war. Aus diesem und weiteren Gründen raten wir von einem Investment in Ethereum klar ab.

Bitcoin auf PayPal zu kaufen macht für kleinere Summen durchaus Sinn, falls man sein Taschengeld auch in Bitcoin halten möchte. Zumindest bis mehr Geschäfte native Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Für langfristiges Sparen sollte in keinem Fall über PayPal gekauft werden.

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