Welche Tulpen wir am liebsten mögen? Natürlich die orangenen. Auch diese Woche liefern wir euch einen ganzen Strauß an Bitcoin-News.

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Die Themen der Woche:

  • Google erlaubt wieder Bitcoin-Werbung
  • Guggenheim Active Allocation Fund
  • Cobo Vault-Team gründet Keystone
  • Coinbase-Card in Google & Apple Pay
  • Bitcoin Design Guide
  • Der Human Rights Foundation Bitcoin Developer Fund
  • LNBits Browser Extension in Alpha
  • BIP 129 – Bitcoin Secure Multisig Setup (BSMS)
  • Marathon stoppt Transaktionszensur
  • Indien hebt Bitcoin-Verbot auf
  • Aus unserem Netzwerk
  • Interessante Links

Google erlaubt Bitcoin-Werbung

Ab August 2021 können Werbekunden des Internetgiganten Google wieder Werbung für Bitcoin-Produkte schalten. Google hatte im Jahr 2017 ein Verbot für derartige Werbungen ausgesprochen. Als Grund wurde damals die hohe Rate an betrügerischen Produkten genannt, die mithilfe von Google Adsense beworben wurden.

Die aktualisierten “Richtlinien zu Finanzprodukten und – dienstleistungen” sind jedoch kein Freifahrtsschein für alle möglichen Produkte mit Bitcoin-Bezug. Die beworbenen Unternehmen müssen eine vollständige Registrierung bei der FinCEN oder einer amtlich zugelassenen Geschäftsbank vorweisen können. Explizit heißt es außerdem, dass ICOs, DeFi und “unhosted Wallets” (non-custodial Wallets) nicht beworben werden dürften. Das bedeutet wohl, dass Werbungen für Hardware-Wallets nicht erlaubt sein werden.

Guggenheim Active Allocation Fund

Guggenheim, einer der größten Investmentfonds-Anbieter, hat einen neuen Fonds mit dem Namen “Active Allocation Fund” angekündigt. In dem Antrag bei der SEC wird unter anderem ein Investment in Bitcoin angekündigt. Die Investmentfirma hatte bereits 2020 verkündet, bis zu 10% ihres verwalteten Kapitals aus dem $5,3 Mrd “Macro Opportunities Fund” in Bitcoin, anlegen zu wollen.

Scott Minerd, Guggenheims Chief Investment Officer, ist vielen Bitcoinern bereits bekannt. Er prognostizierte Bitcoin bereits mehrere Male öffentlich einen vorzeitigen Preisverfall und verglich es mit der “Tulpenmanie” – war jedoch langfristig stets bullisch. Anfang des Jahres sagte er, Bitcoin könne auf $600.000 steigen.

Guggenheim Investment verwaltet aktuell mehr als $245 Mrd für seine Kunden.

Cobo Vault-Team gründet Keystone

Am Dienstag veröffentlichte Lixin Liu, der Head of Hardware von Cobo, einen Blogpost auf Medium. Darin kündigte er an, mit dem gesamten Entwicklerteam des Cobo-Vault Hardware-Wallets eine neue Firma zu gründen. Grund für diesen Neuanfang sei die interne Priorisierung bei Cobo. Anstatt sich auf die Entwicklung des Hardware-Wallets zu fokussieren, würden profitablere Services wie Cobo-Wallet, die custodial Wallet-App und Cobo Custody, der Verwahrungsservice von Cobo, im Vordergrund stehen. Das Hardware-Wallet soll ab sofort nicht mehr produziert werden.

Tulpenkurier
Das Keystone Pro Hardware-Wallet

Liu sei mit dieser Entscheidung nicht einverstanden und verließ daher Cobo mitsamt seines Teams. Die neue Firma mit Namen “Keystone” wird ab Juni ein Produkt auf Basis der Cobo-Vault verkaufen. Besitzer einer Cobo-Vault erhalten 50% Rabatt auf die neue Hardware.

Coinbase Card in Google und Apple Pay

US-Kunden der Coinbase Debit-Card können diese ab sofort auch in Google und Apple Pay benutzen. Somit können Kunden an annähernd jeder Kasse indirekt mit Bitcoin zahlen.

Leider ist die Gebühr für eine Zahlung mit der Coinbase Card mit 2,49% recht hoch, was auch durch ein Rewards-Programm in Höhe von 1% nicht wirklich besser wird. Zusätzlich kann durch den Spread eine Differenz von 2% zum aktuellen Kurs entstehen, wodurch die Gesamtkosten einer Zahlung noch einmal erhöht werden. Wer eine alternative sucht, sollte sich das Angebot von Lastbit einmal genauer anschauen.

Bitcoin Design Guide

Weniger als ein Jahr nach der Ankündigung der Bitcoin Design Community wurde nun der Bitcoin Design Guide veröffentlicht. Auf bitcoin.design finden Designer alle möglichen Informationen, die sie für das Design von Bitcoin-Produkten benötigen. Ziel des Guides ist es, eine möglichst einheitliche User-Experience zu schaffen, um zu vermeiden, dass User ihr Verhalten beim Wechsel eines Wallets komplett neu lernen müssen. Ebenso soll Designern eine Referenz geboten werden, falls sich diese noch nicht mit den Abläufen eines Bitcoin-Produkts auskennen.

Ein Onboarding-Beispiel aus dem Design-Guide

Der Zahlungsdienstleister Square hatte das Community-Projekt 2020 ins Leben gerufen. Der Guide soll in Zukunft mit Bitcoin wachsen und regelmäßig geupdated werden. Über 1500 Leute hatten sich über Slack am Projekt beteiligt.

Der Human Rights Foundation Bitcoin Developer Fund

Die Human Rights Foundation hat erneut Spenden im Wert von insgesamt $210.000 verteilt. Empfänger dieser Spenden waren:

  • Calvin Kim, Abubakar und Dhruv Mehta – drei Bitcoin-Core Entwickler,
  • Sphinx, ein Messenger für das Lightning-Protokoll,
  • Breez-Wallet, ein Lightning Wallet,
  • und Arabic Hodl, dem Betreiber eines Arabischen Bitcoin-Blogs

Die Spenden sollen die Entwicklung des Bitcoin-Core Clients unterstützen, das Betreiben eines Nodes vereinfachen, sowie Wallets für Schwellenländer, die Privatsphäre von Lightning Apps und die Bitcoin-Literatur für arabische Nutzer verbessern.

LNBits Browser Erweiterung

Diese Woche hat das Team hinter LNBits eine Browser-Erweiterung veröffentlicht, die es möglich macht, Lightning-Invoices direkt im Browser zu bezahlen. Diese Extension kann auch mit dem eigenen Node verbunden werden, verbindet sich jedoch standartmäßig mit dem LNbits Node.

Die Erweiterung in Aktion

Anders als bei anderen Node-Apps wird der Erweiterung dabei nicht die komplette Node-Balance zur Verfügung gestellt, sondern der Nutzer entscheidet selbst, über wie viel Sats die Extension verfügen kann. Die App unterstützt sowohl BOLT11 als auch LNURLpay Invoices.

BIP 129 – Bitcoin Secure Multisig Setup (BSMS)

Das Team des Nunchuk MultiSig-Clients hat ein Bitcoin Improvement Proposal veröffentlicht. Bei BIP129 handelt es sich um einen neuen Standard für MultiSig-Wallets. Nunchuk hatte in Zusammenarbeit mit Shift Crypto bereits im Februar eine Schwäche in aktuellen MultiSig-Implementationen aufgedeckt.

Der neue Standard soll MultiSig-Wallets einheitlicher, sicherer und privater machen. Nunchuk hat dafür unter Anderem mit Coinkite, Shift Crypto, Cobo Vault, Trezor und Ledger zusammengearbeitet. Letztendlich sollen alle Hardware-Wallets von einem einheitlichen Standard profitieren.

Marathon stoppt Transaktionszensur

Marathon Mining, die Betreiber des MARA Mining-Pools, haben nach heftiger Kritik angekündigt, in Zukunft keine Transaktionen mehr zu zensieren. MARA hatte sich zuvor bemüht, nur OFAC-kompatible Transaktionen in den von ihnen gemineten Blöcken zu bestätigen. Anfang Mai hatte der Pool seinen ersten Block gefunden und statt 1 BTC an Transaktionsgebühren lediglich 0,05 BTC eingenommen.

Außerdem würde der Mining-Pool das Taproot-Upgrade unterstützen. Ob diese Entscheidung auf Druck der Bitcoin-Community gefallen ist, oder ob sich das Zensieren von Bitcoin-Transaktionen wirtschaftlich einfach nicht rechnet, wurde nicht mitgeteilt. Vielleicht dürfte es auch etwas damit zutun haben, dass Marathon erst vor einem Monat den CEO wechselte.

Indien hebt Bitcoin-Verbot auf

Seitdem Indien in den letzten Jahren öfter für Schlagzeilen bezüglich eines Bitcoin-Verbots und dem Aufheben dessens gesorgt hatte, herrschte dort Unklarheit über die rechtliche Situation von Bitcoin. Die Indische Zentralbank hat nun klar gestellt, dass Banken und regulierte Unternehmen ihren Kunden sehr wohl den Zugang zu Bitcoin erlauben dürfen.

Ein zuvor kursierendes Rundschreiben wurde als ungültig erklärt. Mehr zu dem Thema erfahrt ihr im Video unserer Kollegen von Blocktrainer:

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