Room 77 – Ein ungewöhnlicher Vorschlag

Der Mietvertrag des Bitcoin-Szene-Lokals “Room 77” in der Gräfestraße 77 in Berlin endet offiziell am 31. März 2021. Bedingt durch pandemische Umstände wurde die Berliner Kneipe bereits im Oktober letzten Jahres nach mehr als neun jährigem Bestehen geschlossen. Unter anderem hatte der Coinspondent damals dazu berichtet. Nun gibt es wieder Hoffnung für die Kneipe.

Eine neue Chance

Nur fünf Monate nach der Schließung besteht nun eine Möglichkeit die Räumlichkeiten wieder mit Leben zu füllen. Die Hausverwaltung hat einen weiteren 4-Jahresvertrag mit einer Miete von 3200 € / Monat angeboten. Vorerst muss das Gebäude jedoch noch renoviert werden. Es haben sich nun einige Mitglieder der Bitcoin-Community zusammen getan und einen Konzeptvorschlag ausgearbeitet, damit der Room 77 weiter bestehen kann. Über diesen Vorschlag muss bis zum 31.03.2021 soweit Konsens bestehen, damit der neue Vertrag unterschrieben werden kann. Es eilt also.

Das Konzept

Nachfolgend wollen wir euch einige Punkte aus dem Konzept vorstellen um kurzen einen Überblick zu geben. Alle nicht aufgeführten Punkte findet ihr im Link des Originalartikels.

Die Bar

Die Räume sind zur Zeit leer geräumt

Das primäres Ziel ist es, “die Bitcoin-Bar”, die alle kennen und lieben, ihrer Geschichte und ihrem Stil treu zu erhalten. Aktuell sind alle Möbel raus und der Raum ist ziemlich kahl. Was also mit dem Raum gemacht werden soll, steht zur Diskussion und bedarf Konsensfindung. Um den Geist der “Bar” intakt zu halten sollen diese vier Punkte erfüllt sein:

  • Akzeptieren von Bitcoinzahlungen
  • Bitcoin-Automat auf dem Gelände
  • Monatliche Community-Treffen
  • Versammlungen & Post-Konferenz-Events

Cyberpunk und Co-Working Möglichkeiten

Inspiration für den Room 77

Inspiriert von den Prager Freunden von Paralelni Polis, die einen Coffeeshop, Co-Working- und Event-Raum geschaffen haben, der nur Bitcoin akzeptiert, ist das Konzept hier, die Räumlichkeiten des Room 77 tagsüber geschmackvoll in den coolsten Cyber-/Cyberpunk-Co-Working-Raum umzuwandeln und es gleichzeitig so zu gestalten, dass er jeden Abend wieder zur Bar wird. Es soll also zweigleisig gefahren werden.

Für die Nutzung des Co-Working-Spaces würde eine monatliche Gebühr einbehalten werden, um den Zugang zu gewährleisten. Folgende Annehmlichkeiten eines Co-Working-Spaces sollten geboten werden:

  • verfügbare Tischflächen
  • zuverlässiges Internet
  • frischer Kaffee, Tee und Limonade
  • frisch zubereitete Snacks
  • schalldichte Kabinen für Telefongespräche
  • Druckmöglichkeiten

und für spezifische Cybererfahrungen

  • 3D-Drucker
  • WLAN durch VPN / Tor geroutet
  • Bierzapfhähne die mit Lightning bezahlt werden
  • eine Jukebox
  • private @room77.club E-Mail Adressen
  • zur Verfügung gestellte VR-Brillen

Dass die Bezahlung dieser Annehmlichkeiten mit echtem, hartem Geld erfolgt, versteht sich von selbst .

Die freie Küche

Der Room 77 verfügt über eine Großküche, die seit Ende 2018 weitgehend ungenutzt ist. Um den Raum sinnvoll zu nutzen, haben einige Mitglieder der Community, die sich mit Nachhaltigkeit und Lebensmitteln beschäftigen, ein Konzept entwickelt, um in der Küche frische und gesunde Snacks zu produzieren, die sowohl der Bar als auch dem Co-Working Space zur Verfügung stehen würden. Die Idee wird nicht wie bisher eine heiße Küche mit vollem Service sein – dabei wird es um einiges spannender (und leckerer) als Brezeln aus der Tüte. Es gibt sogar einige Ideen, um dem Ganzen einen futuristischen Cyberpunk-Flair zu verleihen.

Ein Digitaler Freiheitsladen

Um die Kosten während der Corona-Maßnahmen bis zu einer kompletten Öffnung der Bar zu kompensieren gibt es ebenfalls die Idee eine Anlaufstelle für die “digitale Freiheit “anzubieten. Der Service würde dazu dienen den Menschen bei der Verbesserung ihres digitalen Lebens zu helfen, und in Fällen wie: “Wie steige ich in Bitcoin ein?” oder “Wie entgoogle ich mein Smartphone?”. Weitere Punkte des Konzeptes findet ihr im Original Proposal.

Wer sich am Reboot des Room 77 direkt beteiligen möchte, kann eine E-Mail an reboot@room77.berlin schreiben.

Die Betreiber des Room 77 hoffen, dass die globale Bitcoin-Community den Wert sieht, der nötig ist um etwas Besonderes zu schaffen und dieses Stück Bitcoin-Geschichte zu bewahren, das für so viele einen nicht zu verachtenden Einfluss hatte.

Die ausführlichen Informationen zum Konzept findet ihr hier: https://room77.berlin/an-unusual-proposal/

Beitragsfoto von Fulmo

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