Lightning-Accountsystem Demo von Oliver Gugger

Eine der größten Hürde für die Benutzung des Lightning-Netwerks dürften Kosten und Aufwand eines eigenen Nodes sein. Aufgrund des Aufbaus der Layer-Zwei-Lösung können Nutzer in der Regel erst Geld empfangen, wenn sie es zuvor ausgegeben haben.

Zwar bieten Wallets wie Breez, Phoenix und seit kurzem auch Muun die Möglichkeit Lightning ohne eigenen Node zu benutzen, doch diese sind stark zentralisiert. Ein Ansatz, um dies zu verbessern, wäre es, jedem Node zu ermöglichen, Accounts zu erstellen, die auch Aussenstehende benutzen können.

Auf Twitter hat Lightning Entwickler Oliver Gugger ein Video seiner Lightning-Account Demo geteilt:

Für diese Demo benutzt er eine modifizierte Version von Faraday, einem LND-Toolset von Lightninglabs. Im Video zeigt er, wie er über ein Skript einen Account mit einer Balance erstellt und diesen anschließend in Zap importiert. Dabei benötigt der Accountinhaber nur einen String bestehend aus Node-Adresse und Account-Macaron um seinen Account in Zap-Wallet zu verwenden.

Screenshot eines Accounts in Zap – aus Olivers Demo

Ein Account kann dabei die Liquidität des gesamten Nodes nutzen, um Sats über Lightning zu empfangen oder zu versenden. Das bedeutet, dass ein neuer Account bereits Sats empfangen kann und keine eigene Inbound-Liquidität benötigt. Oliver zeigt in der Demo, wie der Account erst 20k sat versendet und anschließend 50k sat empfängt. In der Praxis könnten Accounts dazu verwendet werden, um Freunde und Familie Lightning benutzen zu lassen, ohne einen eigenen Node managen zu müssen. Auch könnten sich durch eine Gebühr pro Transaktion kleine “Banken” ergeben, die sich über die Transaktionskosten der Nutzer finanzieren, ähnlich wie Phoenix und Breez das bereits tun. Das System in dieser Form ist jedoch custodial, weswegen dem Node-Betreiber vertraut werden muss.

Ideen wie diese werden langfristig zu einer größeren Dezentralisierung des Lightning-Netzwerks führen. Während derzeit ein Großteil der (öffentlichen) Liquidität noch bei ein paar wenigen Nodes liegt, könnten kleine “Banken” Liquidität mehrerer Nutzer bündeln und deutlich effektiver managen.

Accounts dürften auch zur einfacheren Buchhaltung beitragen. Da ein Lightning-Node nur ein einzelnes Guthaben hat, ist es schwer verschiedene Einnahmen-Quellen voneinander zu unterscheiden.

Projekte wie LNHub und LNBits bieten bereits eine ähnliche Funktionalität. Aktuell ist der Code noch sehr experimentell und sollte nicht im Mainnet verwendet werden.

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