Backups im Luxusformat – Das Seedor Starter-Set im Test

Wer sein Seed-Backup immer noch auf Papier aufschreibt, gehört, möchte man glauben, mittlerweile schon zu einer aussterbenden Gattung. Zu hoch ist die Wahrscheinlichkeit für viele, dass dieses durch einen Wohnungsbrand oder Überschwemmungen beschädigt wird.

Stattdessen ist es in die Mode gekommen, seine Wiederherstellungswörter auf Stahl oder anderem Metall zu vermerken. Wie Jameson Lopp in seinen regelmäßigen Tests darlegt, beweisen diese Art der Wallets eine Level an Rubustheit, das ein Papier-Backup einfach nicht erreichen kann.

Die Originalverpackung des Kits eignet sich auch zur Aufbewahrung

Durch die freundliche und kostenlose Bereitstellung eines ihrer Kits konnte ich die Luxus-Variante unter den Stahlwallets, in Form des Seedor Starter-Sets, testen. Was das Seedor-Kit ausmacht und für wen es geeignet sein könnte, findet ihr in diesem Test heraus.

Was ist das Seedor-Kit?

Das Seedor Starter-Set besteht aus allem, was man für die Sicherung deines Wallets benötigt.

Die hochwertige Box enthält:

  • Einen Hammer
  • Stanz-Eisen von A-Z und 0-9
  • Eine Bodenplatte aus Edelstahl
  • Einen Positionshalter
  • 29 Edelstahlplättchen
  • Eine Edelstahlkapsel
  • Ein Paar Ohrstöpsel
  • 3 Siegel
  • Eine Anleitung
Der Inhalt des Sets

Insgesamt fühlen sich alle Teile des Sets sehr hochwertig verarbeitet an. Der Hammer ist mehrfach gebrandet, der Griff besteht aus Wallnussholz. Die Passgenauigkeit der Teile ist sehr gut. Die Kapsel fühlt sich an, als wäre sie von Hand an einer Drehbank gedreht worden. Das vermittelt Wertigkeit.

Auch eine bebilderte Anleitung in Deutsch und Englisch liegt bei

Die Zugabe eines Hammers ist zwar nett, aber wahrscheinlich in vielen Fällen überflüssig, da wohl annähernd jeder Haushalt bereits einen Hammer besitzt. Erklären kann ich mir dies nur dadurch, dass das Set öfter benutzt werden soll und so immer ein Hammer direkt dabei liegt.

Wie funktioniert das Set?

Die Idee hinter dem Seedor-Safe ist, dass die einzelnen Wörter des Seeds auf Stahlplättchen gestanzt werden und dann in der Kapsel langfristig gesichert werden können.

Durch eine am Ende der Stange befindliche Drehschraube lassen sich die Plättchen in der Kapsel verstauen

Die kleine Kapsel selbst ist unscheinbar genug, um nicht direkt als Bitcoin-Backup identifiziert werden zu können. Gut gefällt mir an ihr, dass sie eine Durchgangsbohrung am Schraubverschluss hat, so dass sich die Kapsel auch nach langer Lagerzeit und ggf. festem Sitz mit einem Hebel lösen lässt. Hier wurde nachgedacht.

Durch den Positionshalter lassen sich die Stanzeisen genau auf dem Plättchen positionieren

Die Bodenplatte des Starter-Sets hat insgesamt 10 Positionsmarker – 8 für Buchstaben und 2 für Zahlen. Diese lassen sich jeweils über den Positionshalter auswählen. Dadurch lassen sich alle Wörter der Seed-Liste auf den Plättchen einstanzen. Tatsächlich hätten dafür auch nur 4 Buchstaben gereicht, weil sich keines der Seed-Wörter in den ersten vier Buchstaben gleicht.

Da auch Stanzeisen für Zahlen Teil des Sets sind, lässt sich nicht nur das Wort, sondern auch dessen Stelle im Seed notieren. Etwas, das bei 24-Wort Seeds unbedingt nötig ist! Hierfür sind zwei weitere Positionen in der Bodenplatte vorgesehen.

Die Bodenplatte

Wer den Seedor schon einmal benutzt hat, weiß, wieso Ohrstöpsel beiliegen. Möchte man die Wörter deutlich in die Scheiben treiben, erfordert es einen ganz schönen Hieb. Tipp hierbei: Nicht in der Wohnung machen.

Die Stanzeisen

Zwar lässt sich auch mit weniger Kraftaufwand ein Buchstabe vermerken, doch ob dieser dann auch nach Jahrzehnten noch erkennbar sein wird, ist ungewiss. Die beigelegten Scheiben sehen zwar aus wie normale Unterlegscheiben, unterscheiden sich jedoch durch den Innenradius, welcher sechseckig ist, damit die Scheibe sich nicht in der Bodenplatte verdrehen kann.

Leider ist es praktisch unmöglich einzelne Stanzeisen aus der Box herauszunehmen. Dadurch wird es nötig, alle aus dieser herauszunehmen und dann erneut zu sortieren. Die meiste Zeit werdet ihr also mit dem Suchen des richtigen Stanzers verbringen.

Für wen ist das Seedor Starter-Kit interessant?

Zwar ist die sichere Aufbewahrung des Seeds für Anfänger genauso wichtig wie für erfahrene Bitcoiner, doch aufgrund des hohen Preises dürfte sich das Set wohl kaum an diese Zielgruppe richten.

Die versiegelte Kapsel

Mit knapp 150€ ist es eine der teureren Möglichkeiten seinen Seed aufzubewahren. Zum Vergleich: Andere Stahlwallets starten bei ungefähr 50€, sind aber bei weitem nicht so umfangreich. Der hohe Preis ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf die hohen Produktionskosten und die niedrigen Stückzahlen zurückzuführen.

Als Zielgruppe dieses Sets sehe ich z.B. eher eine Bitcoin-Beratung, die ihren Kunden das Set als Leihgabe gibt, um ihr Backup zu sichern. Wer zu Hochzeiten öfter mit Bitcoin aufgeladene Wallets verschenkt, für den kann sich das Set auch lohnen. Die Kapseln und Plättchen dafür lassen sich jeweils einzeln oder im Set im Shop von Seedor kaufen.

Mit dem Seedor-Kit bekommt man genau das, was man bestellt hat. Wer interessiert ist, kann also vor dem Kauf genau abschätzen, ob es ihm sein Geld wert ist.

Spende uns:

Wenn dir dieser oder einer unserer anderen Beiträge gefallen hat, würden wir uns über eine kleine Spende freuen:

Schreibe einen Kommentar